CDU Nordrhein-Westfalen trauert um Wolfgang Schulhoff

CDU Nordrhein-Westfalen trauert um Wolfgang Schulhoff

Dienstag, 18. Februar 2014

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Nordrhein-Westfalen Armin Laschet würdigt Wolfgang Schulhoff:

„Mit Schmerz und Erschütterung hat die CDU Nordrhein-Westfalen die Nachricht vom Tode Wolfgang Schulhoffs vernommen. Er war eine ebenso prägende wie prägnante Persönlichkeit, die weit über die Grenzen seiner Vaterstadt Düsseldorf hinaus wirkte. Als Unternehmer, als Hochschullehrer, als Mäzen, als Verbandspräsident und als Politiker.

Wolfgang Schulhoff, der am Ende dieses bedeutenden europäischen Gedenkjahres 75 Jahre alt geworden wäre, steht mit seiner Biographie für die deutsche Geschichte eben dieser 75 Jahre. Er war ein früher Deutscher mit Zuwanderungsgeschichte. Denn die Wirren des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre veranlassten seinen Vater, die ungarische Heimat zu verlassen und im Rheinland eine neue Existenz aufzubauen. Dies gelang, ehe der Nationalsozialismus zur tödlichen Bedrohung wurde. Denn Georg Schulhoffs Mutter war Jüdin, und der inzwischen zum Protestantismus konvertierte Sohn nach Definition der Nürnberger Rassegesetze damit „Halbjude“. Spätestens nach der Reichsprogromnacht 1938 wusste jeder in Deutschland, was das bedeutete. Georg Schulhoff, immer bedroht von der Deportation, musste untertauchen, und auch sein 1939 geborener Sohn Wolfgang wuchs als „Vierteljude“ in den ersten sechs Lebensjahren auf in der ständigen Flucht und Furcht vor der Gestapo.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Georg Schulhoff ein erfolgreicher Handwerksmeister und später Bundestagsabgeordneter. Wolfgang Schulhoff trat früh in die Fußstapfen seines Vaters. Er machte seine Lehre und studierte anschließend Volkswirtschaftslehre bei Alfred Müller-Armack. Von diesem übernahm er die Leidenschaft für die Soziale Marktwirtschaft. In der Düsseldorfer Kommunalpolitik rückte er rasch in den Stadtrat auf, ehe er 1983 den Wahlkreis Düsseldorf-Nord für die CDU gewann und in den Bundestag einzog.

Bis 2002 gehörte er dem Deutschen Bundestag an, von 1989 bis 2003 war er daneben Vorsitzender der CDU Düsseldorf und ebnete dieser den Weg zur Mehrheit bei den Kommunalwahlen 1999. Im Jahre 2003 zog sich Wolfgang Schulhoff aus der aktiven Parteipolitik zurück. Er, der stets Unternehmer geblieben war, erhielt das Vertrauen der Handwerker im großen Kammerbezirk Düsseldorf, blieb bis zu seinem viel zu frühen Tod Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf bzw. des nordrhein-westfälischen Handwerkskammertages. Schulhoff engagierte sich aber auch in den neuen Bundesländern, so beim Aufbau der Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida. Schließlich betätigte er sich als Liebhaber und Förderer der modernen Kunst, was neben einem beträchtlichen finanziellen Engagement in seiner Funktion als Vorsitzender der Kulturstiftung Insel Hombroich beredten Ausdruck fand.

Wolfgang Schulhoff war ein leidenschaftlicher Anhänger der Sozialen Marktwirtschaft, dem als so genannter „Familienunternehmer“ die eigene Belegschaft immer auch „Familie“ war und der soziale Verantwortung, oftmals im Stillen und Verborgenen, weit über den eigenen Betrieb hinaus als pure Selbstverständlichkeit aufgefasst hat. Ein hoch gebildeter Akademiker, dem die Unterstützung der jungen Lehrlinge im Dualen System genauso wichtig war wie die Hochschulausbildung Studierender in Sachsen oder die Förderung von hoffnungsvollen Künstlern.

Die nordrhein-westfälische CDU wird Wolfgang Schulhoff schmerzlich vermissen. Und sie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“