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Samstag, 26. November 2011

Mehr Flexibilität, um Potenzial der „aktiven Alten“ auszuschöpfen

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 Politikforum Alter neu denken, AhlenPolitikforum "Alter neu denken" in Ahlen
Politikforum in AhlenPolitikforum in Ahlen: Nach dem Beruf ehrenamtlich engagieren oder Arbeiten?

„Aktive Alte“ - das könnte ein Begriff sein, der die Gruppe beschreibt, die das Berufsleben abgeschlossen hat und für die Gesellschaft aktiv sein kann und will. Beim Politikforum „Alter neu denken“ der CDU-NRW am 26. November 2011 in Ahlen wurde jedenfalls intensiv diskutiert, was der demografische Wandel für unsere Gesellschaft bedeutet. Gleich, ob man von „gewonnenen“ oder „geschenkten“ Jahren spricht: Tatsache ist, dass es jenseits der beruflichen Altersgrenzen ein immer größeres Potenzial an Erfahrung, Wissen und Engagement gibt, das die Gesellschaft noch zu wenig abruft. Dabei gibt es schon zahlreiche gute Initiativen in NRW, z. B. im Ehrenamt in den Vorbild-Gemeinden Ahlen und Arnsberg. CDU-Generalsekretär Oliver Wittke forderte eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen: „Wir brauchen die „aktiven Alten“ für unsere Gesellschaft.“

Ehrenamt oder Arbeiten?

In den Werkstattgesprächen wurde klar, dass es sich bei den Älteren um keine homogene Gruppe handelt. Nicht alle sind gleich motiviert und vor allem qualifiziert für weiteres Engagement. Berufliches Coaching wie es die IHK Siegen für Existenzgründer anbietet, können nur ehemalige Führungskräfte leisten. Gleiches gilt für den Senior-Experten-Service (SES), der beratende Experten in alle Welt sendet. Für diejenigen, die vielleicht sogar einen Job zur Aufbesserung der sehr knappen Rente brauchen, stellt sich die Lage ganz anders dar. Die wachsenden Versorgungslücken bei den Renten, die auch die Riester-Rente nicht ganz schließen kann, wird die Frage des Arbeiten-Müssens in Zukunft noch mehr aufwerfen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag Karl-Josef Laumann machte darauf aufmerksam: „Wir wissen heute schon, dass immer mehr Menschen von ihrer Rente kaum leben können. Auch für diese Gruppe brauchen wir Konzepte.“ Einigkeit bestand in dem Willen, ein Altern in Würde zu ermöglichen.

Flexiblere Arbeitszeitmodelle für Ältere

Sehr strittig wird es, wenn es um die Lebensarbeitszeit geht: Kann man eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters wollen? Brauchen wir flexible Modelle, die mehr Freiraum für Kindererziehung oder eine niedrigere Wochenarbeitszeit jenseits der 65/67 Jahre geben? Hierzu kamen zahlreiche Impulse von Dr. Klös vom Institut der Wirtschaft (IW) in Köln. Er wies hartnäckig darauf hin, dass längere Lebenszeit auch zu längerer Lebensarbeitszeit führen müsse, wenn wir unser Wohlstandsmodell erhalten wollten. IHK-Geschäftsführer Mockenhaupt aus Siegen betonte: „In unseren Unternehmen hat die Bewusstseinsänderung schon eingesetzt. Wir werden z. B. im Kreis Siegen-Wittgenstein bis 2019 25 Prozent weniger Schulabgänger haben.“ Deshalb sei gerade die Begleitung und Unterstützung mittelständischer Unternehmen so wichtig, die keine großen Strategieabteilungen hätten.

Weiterbildung und Gesundheitsprävention

Arbeitsmarktforscher Dr. Brussig von der Uni Duisburg-Essen warb für mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Lebensarbeitszeit. So könne man beispielsweise mehr Teilzeitarbeit für Ältere anbieten und vor allem vor Ort die betrieblichen Erfordernisse einbringen, um praktikable Lösungen zu finden. Er forderte vor allem mehr Investitionen der Betriebe in Weiterbildung gerade für Ältere und auch gesundheitliche Prävention. Studien hätten gezeigt, dass Arbeit und Alter kein gutes gemeinsames Image hätten: „Der verbreitete Eindruck ist: Arbeit macht alt - Aktivität hält jung.“ Diesem falschen Eindruck müsse entgegengetreten werden.

Hilfe zur Selbsthilfe als Ziel

Das Politikforum zeigte eindrucksvoll, wie viele gute Initiativen und Beispiele es schon gibt. Nicht zuletzt die beiden Bürgermeister von Ahlen (Ruhmöller) und Arnsberg (Vogel) konnten aus ihrer mehrfach preisgekrönten Praxis berichten. Dabei unterstrich Bürgermeister Vogel, dass das Alter als Aufgabe zu begreifen sei. Er sagte: „Wir wollen Städte des guten Lebens schaffen.“ Das ginge am besten über Teilhabe der Bürger, also eine „Aktivierung der Älteren“, so Vogel. Für die CDU müsse immer die Hilfe zur Selbsthilfe das Ziel sein. Das stärke auch die Bürgergesellschaft vor Ort. In diesem Sinne hatte auch Dieter Hackler, Abteilungsleiter aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, argumentiert. Er sprach sich für mehr Teilhabe und deren Förderung durch die Politik aus. Sozial-politische Programme müssten denen helfen, die der Solidarität bedürfen.

Thema bleibt auf der Tagesordnung

So reicht die Bandbreite der Fragen, um die Politik, Unternehmen und Gewerkschaften sich kümmern müssen, von Fachkräftemangel, Kinderbetreuung, Existenzgründer-Coaching bis Lebenszufriedenheit und Altern in Würde. Das Wichtigste scheint der notwendige Mentalitätswandel, der uns begreifen lässt, dass es menschlich, beruflich und wirtschaftlich nicht bei der strikten Trennung von Berufsleben und „Ruhestand“ bleiben kann. Deshalb wird sich die CDU NRW weiterhin mit dem Thema „Alter neu denken“ beschäftigen.

Ihre Meinung und Erfahrungen sind gefragt

Was wünschen Sie sich für die Zeit nach dem Erwerbsleben? Welche positiven, welche negativen Erfahrungen haben Sie gemacht? Gerade weil wir uns weiter mit dem Thema „Alter neu denken“ beschäftigen werden, sind wir auf Ihre Anregungen und Denkanstöße gespannt. Senden Sie uns Ihren Brief oder eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .


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