Page 28 - Magazin "Bei uns in NRW" 01/2020
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16 | Gastbeitrag
 „Mehr Wertschätzung und Anerkennung für die Landwirtschaft“
 Die Land- und Ernährungswirtschaft erzeugt Mittel zum Leben – Lebensmittel! Mit rund 400.000 Beschäftigen ge- hört sie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Nord- rhein-Westfalen. Dabei soll die Landwirtschaft allem und jedem gerecht werden und Top-Qualität zu auskömmlichen Preisen anbieten. Hier sieht sich die Landwirtschaft oftmals Gegen- und Widerständen ausgesetzt: Auf der einen Seite sind es anspruchsvolle Wünsche der Verbraucher an Umwelt- und Tierschutz, auf der anderen Seite das unter den Marktbe- dingungen für die Landwirtschaft Machbare.
Die Landwirtinnen und Landwirte müssen langfristig planen, sind zugleich mit sich verändernden Rahmenbedingungen und oftmals fehlender Rechts- und Planungssicherheit kon- frontiert. Die intensive öffentliche Diskussion lässt vielfach die Wertschätzung und Anerkennung der Leistungen vermis-
Auf Einladung von Ministerpräsident Armin Laschet und mir als in Nordrhein-Westfalen zuständige Ministerin fand am 13. Januar 2020 in der Staatskanzlei NRW der Landwirtschafts- gipfel statt. 20 Verbände der Landwirtschaft tauschten sich über aktuelle Herausforderungen der Branche und die öf- fentliche Debatte aus. Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass ein Umdenken in der Landwirtschaft stattfinden muss und für das „Mehr“ an Umwelt-, Arten- und Tierschutz politische und gesellschaftliche Rückendeckung erforderlich sind.
Neben der Produktion von Lebensmitteln ist die Landwirt- schaft der Grund für unsere historisch gewachsenen Kultur- und Naturlandschaften und prägt die ländlichen Räume. Ihre vielseitigen Leistungen werden leider viel zu oft verkannt, sind jedoch nicht zu ersetzen und damit auch unbedingt
Erster Landwirtschaftsgipfel mit 20 Verbänden als gelungener Auftakt für weitere Dialogformate Ein Gastbeitrag von Ulla Heinen-Esser
sen, die die Landwirtschaft tagtäglich für die Allgemeinheit erbringt. Oft wird mehr übereinander als miteinander gere- det.
Dieser unzureichende Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren führt im Ergebnis dazu, dass die Anforderungen an die Landwirtschaft einerseits und die Umsetzbarkeit an- dererseits augenscheinlich miteinander unvereinbar sind. Umso wichtiger war es, den besorgten Landwirten aufzuzei- gen, dass die Landesregierung an ihrer Seite steht und sie auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und modernen Landwirt- schaft unterstützt. Die Themen reichen von der Gemeinsa- men Europäischen Agrarpolitik, Düngeverordnung und Biodiversität bis hin zur Nutztierhaltung.
wertzuschätzen.
Die Zukunft der Landwirtschaft in NRW wird maßgeblich von den Entscheidungen auf europäischer Ebene und somit von der Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik 2020 beeinflusst. Im Ringen um eine zukunfts- gerichtete gemeinsame Agrarpolitik setzen wir uns für die Beibehaltung des bewährten Systems aus Direktzahlungen und Förderprogrammen in der bisherigen Gewichtung ein. Überproportionale Kürzungen der Förderprogramme – ins- besondere für die nachhaltige und umweltschonende Bewirt- schaftung – sind nicht hinnehmbar. Die Entwicklung einer nachhaltigeren Landwirtschaft ist ohne den Einsatz öffentli- cher Gelder nicht möglich – Steuergeld, das dem Erhalt der
Bei uns in NRW 01/20
   






















































































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