Page 30 - Magazin "Bei uns in NRW" 01/2020
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  18 | Fragebogen
12 Fragen an
Anna-Katharina Bölling
 Anna Katharina Bölling, geb. 1980, lebt mit Mann, zwei Kindern und Hund in Minden. Nach dem Abitur studierte sie Politik und Ge- schichte. Bölling arbeitete bei der Konrad-Adenauer-Stiftung u.a. in Warschau. 2011 wurde sie wissenschaftliche Referentin bei der CDU-Fraktion in Bremen (Landtag) für die Themen Gesundheit, So- ziales, Familie, Integration und Europa. Seit 2017 ist sie Sozialdezer- nentin beim Landkreis Uelzen. Sie engagiert sich in CDU und CDA, im Sportverein sowie für deutsch-polnische Beziehungen und in der Europaunion. Am 13. September 2020 tritt sie als Kandidatin für die Landratswahl in Minden-Lübbecke an.
Als Kind wollten Sie sein wie?
Birgit Fischer – als Kind habe ich angefangen, Kanurennsport beim MTV Minden zu machen. Ganz so erfolgreich wie die Rekordolympiasiegerin bin ich aber nicht geworden.
Wie sind Sie in die Politik gekommen?
Meine Eltern würden sagen: Sie hat schon immer gerne diskutiert. Nein, aber im Ernst: Ich wollte schon immer etwas bewegen und verändern. Der erste Schritt dazu ist für mich erstmal die Ausgangslage zu analysieren und zu verstehen. Deshalb habe ich mich sehr früh entschieden, Politik und Geschichte zu studieren.
Wer ist Ihr politisches Vorbild?
Konrad Adenauer, weil er die CDU zu einer modernen Volkspartei der Mitte zusammenschweißte und einen Ausgleich von sozialer Verantwor- tung und Marktwirtschaft etablierte. Die Beschäftigung mit seinen Ideen der europäischen Einigung und Westbindung hat mich 2006 in die CDU eintreten lassen.
Wenn Sie ein Vorhaben beschleunigen könnten, welches wäre das?
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Kommunen, Bund und Ländern ist für mich ein Thema mit großem Nachholbedarf. Die Bürger- innen und Bürger haben ein Anrecht darauf, auf zeitgemäße digitale Leistungen zugreifen zu können. Der zunehmende Fachkräftemangel erzeugt zusätzlichen Handlungsbedarf.
Gibt es einen politischen Gegner, den Sie sehr schätzen?
Die Bremer Außenpolitikerin Marieluise Beck (Grüne). Sie hat mich durch ihren Einsatz für die Menschenrechte in Russland, die Unabhängigkeit und Einheit der Ukraine und ihre Unterstützung der Freiheitsbewegun- gen in Osteuropa immer sehr beeindruckt. Auch weil sie die Fähigkeit besitzt, eigene Positionen zu überdenken und zu verändern.
Wie verbringen Sie ein freies Wochenende?
Ich bin ein absoluter Draußenmensch. Am liebsten bin ich mit meiner Fa- milie bei uns zu Hause im Mühlenkreis Minden-Lübbecke unterwegs. Ein Ausflug auf dem Weserradweg, ein Spaziergang im Wiehengebirge oder ein Spargelessen im nördlichsten Zipfel NRWs sind für mich perfekte Wochenendbeschäftigungen.
Was lesen Sie gerade?
Zum Entspannen: Axel Beer „Der dunkle Bote“. Und aus historischem Interesse: Anne Applebaum „Roter Hunger“.
Bei welcher Musikrichtung fühlen Sie sich aufgehoben?
Je nach Stimmung kreuz und quer durch den Garten, meistens am Liebsten Klassik.
Für welches Fernsehereignis lassen Sie alles andere liegen?
Als Ostwestfälin bin ich Handballfan. Für ein Meisterschaftsspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft kann schon mal einiges liegen- bleiben.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Gib jedem Tag die Chance, der schönste in Deinem Leben zu werden.
Wo sehen Sie die dringendsten Probleme im Landkreis, die Ihrer Meinung nach als erstes angegangen werden müssen?
Wir haben in Minden-Lübbecke mit den kreiseigenen Mühlenkreisklini- ken einen attraktiven Gesundheitsstandort. Um eine optimale Versor- gung aber weiterhin sicherzustellen, müssen wir die Angebote jetzt weiterentwickeln und für die Zukunft neu aufstellen. Der Mühlenkreis
ist außerdem ein Kreis, in dem Zusammenleben im ländlichen Raum wie in den städtischen Ballungszentren gleichermaßen stattfindet. Ich will, dass sich niemand zurückgesetzt fühlt. Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger, die Angebote und Vorzüge des Kreises gleichermaßen zu nutzen, sind mir deshalb ein Herzensanliegen. Ich glaube fest daran, dass die Digitalisie- rung viele Möglichkeiten bietet, Vorteile für die öffentliche Infrastruktur zu schaffen und damit auch für alle Menschen im Mühlenkreis. Wir müssen sie nur nutzen. Zum Beispiel mit Modellprojekten. Aber natürlich sollen alle Bürger auch weiterhin menschliche Ansprechpartner haben.
Was sind Ihre ganz persönlichen Ziele, die Sie in Ihrem Landkreis erreichen wollen?
Ich finde, der Mühlenkreis hat unendlich Charme und viel Potential. Um das zu heben, braucht es Kommunikation, Tatkraft und an der ein oder anderen Stelle ein bisschen Mut für Neues. Als Verwaltungschefin möchte ich mehr als nur verwalten: Ich möchte zusammen mit den Menschen aus dem Mühlenkreis unsere gemeinsame Zukunft aktiv gestalten. Unser wunderschöner Kreis soll zukünftig auch innerhalb Nordrhein-Westfalens stärker hör- und sichtbar sein.
Bei uns in NRW 01/20
Foto: privat




































































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