Page 34 - Magazin "Bei uns in NRW" 01/2020
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 22 | Schlussgedanken
    Bei uns in NRW 01/20
Gemeinsamkeit ist das Gebot der Stunde
Meine Damen und Herren,
wer hätte noch vor wenigen Monaten gedacht, dass ein Virus unsere Gesellschaft so durcheinanderbringen und so umfassend Einfluss auf unser aller Leben nehmen würde. Unsere Wirtschaft, die Politik, die Schulen, die Gesellschaft, kein Bereich unseres tag- täglichen Lebens geht aus dieser unmittelbaren Herausforderung unverändert heraus.
Die Krise zeigt jedoch auch, wir in Deutschland, wir in Nord- rhein-Westfalen, haben starke, robuste und leistungsstarke Struktu- ren und vor allem ein hohes Maß an gesellschaftlichem Engagement unserer Menschen.
Der Umgang mit Corona hat gezeigt: Wir können in unserem Land auch mit schwierigen Situationen umgehen. Wir sind eben keine Schönwetterdemokratie. Nein, auch in stürmischen Zeiten funk- tioniert unser Staat und unsere Gesellschaft. Ein Blick in andere Regionen der Welt zeigt weitaus größere Verwerfungen mit all ihren negativen Folgen.
Waren wir in der Vergangenheit nicht allzu eilfertig bereit, auf die Politik zu schimpfen? Waren wir nicht zu kritisch mit Vielem, was wir uns in Deutschland aufgebaut haben?
Nein, das ist kein Plädoyer des Selbstlobes und des Weiter so. Schaut man aber auf andere Länder in Europa oder der Welt, so zeigt sich schnell: So schlecht aufgestellt waren und sind wir in Deutschland dann wohl doch nicht. Die Politik hat in der Vergangenheit kluge Entscheidungen getroffen. Das Festhalten an der Schwarzen Null, an einer Politik des Maßhaltens auch in finanziell guten Zeiten, hilft uns heute sehr. Der Staat trägt einen großen und beachtenswerten Teil zur Überwindung der Krise bei. Aber er ist nicht allzuständig, er kann nicht alles übernehmen. Wir alle, jeder Einzelne von uns, ist gefordert, diese Situation zu meistern.
Denn klar ist: Das Virus ist nicht besiegt. Es wird bleiben, es geht vorerst nicht aus unserem Alltag weg.
Wir dürfen nicht leichtfertig werden. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Es muss uns klar sein, dass wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben, um in eine neue Art von Normalität zurückkehren können. Es wird nichts mehr so sein wie es war. Es gibt keine Normalität, wie wir sie vor der Corona-Zeit hatten. Es wird eine Corona-Normalität geben. Jeder Einzelne wird Hygienestandards und das Abstandgebot einhalten müssen.
Lassen Sie uns gemeinschaftlich diesen Weg der Vernunft weiterge- hen und die Schutzmaßnahmen weiter aufrecht erhalten. Die Rück- kehr in den normalen Alltag, sie wird nicht morgen gelingen, leider. Aber es wird gelingen, wenn wir gemeinsam anpacken und das Erfor- derliche umsetzen. Gemeinsamkeit ist das Gebot der Stunde.
Ihr
Josef Hovenjürgen MdL
 Hovenjürgens ANSAGE!
Foto: Rochlitzer / Illustration: Shutterstock.com



















































































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