Page 34 - Bei uns in NRW - Das Magazin der CDU Nordrhein-Westfalen
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 20 | Schlussgedanken
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                                                                Demokratie heißt Kompromiss
Klima – kein Thema hat uns in den vergangenen Wochen und Monaten mehr bewegt. Wir haben Demonstrationen erlebt, heftige Debatten in den Parlamenten, auch und vor allem in den Sozialen Medien.
Ja, dieses Thema ist wichtig und treibt die Menschen im ganzen Land zu recht um. Aber befreit das von den üblichen demokratischen Spielre- geln? Offene Rede und Gegenrede gehören zum Kern der Demokratie. Und dazu gehört vor allem auch, zuzuhören und auf Argumente einzu- gehen. Auch wenn man nicht mit der Meinung der anderen einverstan- den ist, so hat diese Meinung doch ihre Berechtigung.
Was ich aber zunehmend feststelle, ist eine Kompromisslosigkeit, die nur noch eine Auffassung gelten lässt, – die eigene. Alles andere ist falsch. Ein Denken in Schwarz-Weiß greift um sich. Denjenigen, die eine andere Meinung vertreten, schlägt mitunter blanker Hass entgegen. Ge- rade im Internet sind oftmals die normalen Regeln der zwischenmensch- lichen Kommunikation außer Kraft gesetzt. Für eine Demokratie ist das fatal. Denn der Wesenskern der Demokratie zeichnet sich doch gerade aus durch eine Fülle von Grautönen, von Kompromissen, wohlwissend, dass es eine vollständige Übereinstimmung in Sachfragen in nur ganz wenigen Fällen gibt.
Ohne die Bereitschaft zum Kompromiss, ohne die Bereitschaft, die Auf- fassung der demokratischen Mehrheit zu akzeptieren – man muss sie ja nicht gut finden –, funktioniert unser Gemeinwesen nicht.
Wenn daher Einige meinen, sie könnten sich auf eine Art übergesetzli- chen Notstand berufen, weil sie sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnen, Mehrheitsmeinungen außen vor lassen und Gesetze missach- ten, so ist eine rote Linie überschritten. Das können wir nicht zulassen.
Wenn unsere Gesellschaft in Lager verfällt, der erforderliche Zusam- menhalt des Gemeinwesens immer mehr erodiert, verpassen wir die Chance, unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten. Und daran sollte uns allen gelegen sein.
Wir scheinen die einzige Partei zu sein, die diesen Anspruch hat, als Klammer zu fungieren. Wir werden unsere Kraft einsetzen, um unsere Gesellschaft zusammen zu halten und nicht zu spalten.
Lassen Sie uns daher gemeinsam an diesem Zusammenhalt der Gesell- schaft arbeiten.
Dies wird unsere ganze Kraft und unseren vollen Einsatz erfordern. Aber der Zusammenhalt der Gesellschaft muss es uns wert sein.
Ihnen und Ihren Familien eine schöne Adventszeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Ihr
Josef Hovenjürgen
                       Hovenjürgens ANSAGE!
Foto: Rochlitzer / Illustration: Shutterstock.com


















































































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