Page 9 - Bei uns in NRW - Das Magazin der CDU Nordrhein-Westfalen
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  Laschet trifft | 7
 Selbst wenn wir jetzt scheitern würden, wären es die spannendsten drei Jahre, die wir jemals erlebt haben.
auch ein Scheitern okay ist, da ist man in den USA übrigens deutlich weiter als bei uns. Hier werden Menschen, die mit ei- ner mutigen Idee gescheitert sind, oft noch schief angeguckt.
Gibt es denn von staatlicher Seite etwas, das man unterneh- men könnte, um Startups zu unterstützen?
Q: Ich halte es für ein Vorurteil, dass Unternehmensgrün- dungen grundsätzlich so bürokratisch sind. Im Grunde geht man zum Notar und dann geht’s los. Natürlich weiß man am Anfang beispielsweise nicht genau, wie das mit dem Finanz- amt oder der Versicherung der Mitarbeiter abläuft, aber das lernt man dann „on the job“. Schwierig ist es beispielsweise eher, wenn man vom Landgericht Berlin mitgeteilt bekommt, dass der frühestmögliche Verhandlungstermin für 2021 fest- gesetzt werden kann. Das ist dann bei unserem Geschäfts- modell, bei dem wir in Vorleistung gehen, schon eine Her- ausforderung. In Nordrhein-Westfalen geht das zum Glück
schneller. Da ist die Justiz schon weit gekommen. Wichtig wäre außerdem das Thema Netzwerk: Junge Startups könnten Hil- fe dabei gebrauchen, sich mit Gleichgesinnten, aber auch In- stitutionen und Behörden auszutauschen, vielleicht sogar bis ins Nachbarland. Vereinzelt gibt es zwar Initiativen, das reicht aber noch nicht. Eine deutsch-französische Startup-Konferenz wäre daher eine wunderbare Idee!
E: Das Hauptproblem für Startups ist sicher die Frühfinanzie- rung. Denn die entscheidenden Mittel fehlen für die Umset- zung einer Geschäftsidee ganz am Anfang. Da muss man ja auch erste Fehlschläge oder Tiefphasen überbrücken können, ohne bereits viel Kapital erwirtschaftet zu haben. Dass die neue Landesregierung aus CDU und FDP ein „Gründerstipen- dium“ eingeführt hat, ist deshalb super. Daran sollte man an- knüpfen und das Angebot weiterentwickeln.
Wieso haben Sie Ihre Firma gerade in Düsseldorf gegründet?
Q: Da gab es mehrere Gründe. Wir haben natürlich beispiels- weise auch überlegt, nach Berlin zu gehen. Aber in Nord- rhein-Westfalen schienen uns die Voraussetzungen am besten zu sein, um langfristigen und nachhaltigen Erfolg zu haben. Sicher spielt auch Heimatliebe eine Rolle – wir sind ja beide aus Aachen; der dritte Geschäftsführer unserer Firma kommt aus Ahlen. Da liegt Düsseldorf relativ in der Mitte. Hinzu kommen aber auch sachliche Gründe, wie Miete und Infrastruktur. Zu- dem haben wir hier in der Landeshauptstadt einen wichtigen Rechts- und Politikstandort und eine große Nähe zur Industrie.
Sie haben früher gemeinsam die Schüler Union Nord- rhein-Westfalen geführt und sind in der CDU, seit Sie 16 wa- ren – haben sich also sehr früh politisch engagiert. Hat sich Ihr Blick auf Politik inzwischen verändert?
Q: Teils teils. Natürlich erlebt man nun Probleme, die man als Gründer hat, hautnah. Als Politiker wird man in der Regel von anderen auf Probleme aufmerksam gemacht. Durch unsere Er- fahrung versteht man aber natürlich besser, wie wichtig Politik ist, um etwas zu verändern, aber auch wie das Ganze funkti- oniert und dass beispielsweise Gesetzgebungsverfahren Zeit brauchen.
E: Ich finde es unglaublich spannend, heute aus unternehmeri- scher Perspektive politischen Handlungsbedarf zu identifizie- ren. Wir suchen dann den Austausch, beispielsweise erst vor kurzem mit Thomas Jarzombek, dem Beauftragten des Bun- deswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Startups, der ja auch aus Düsseldorf stammt. Denn früher wie heute gilt: Wenn man etwas verändern möchte, muss man sich politisch engagieren!
Ich bin gespannt darauf, wie es bei Ihnen in den nächsten Jah- ren weitergeht. Vielen Dank für die Einladung in Ihre Firma und das spannende Gespräch!
   Bei uns in NRW 03/19
 




















































































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